BESV spielt sich routiniert zum Sieg und macht 6-Punkte-Wochenende perfekt

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  • BESV Ottakring - Vorwärts Wien 2016 Res. 3:1 (2:0)
    Nachdem die Kampfmannschaft soeben den ersten Rückrundensieg eingefahren hat, soll nun die Reserve das Kunststück 6-Punkte-Wochenende gegen das Pendant von Vorwärts Wien 2016 perfekt machen. Nach dem andauernden Spielermangel der vergangenen Wochen darf sich Reservetrainer Eugster diesmal über einen Kader freuen, der fast so tief ist, wie das vor kurzem im Rasen des Ernst-Happel-Stadions entdeckte Loch. Trotz 16-Mann-Kader muss sich Eugster dennoch für das Hüten des BESV-Tors opfern, worüber er merklich unglücklich scheint. Bemühungen, dem Trainer einen besonders ruhigen Arbeitstag im Kasten zu bescheren, werden von einer Viererkette bestehend aus Sattler, Bischof, Leonhard und Widtmann angestellt. Kapitän Görgl und ein von Verletzung zurückkehrender Eberle besetzen das defensive Mittelfeld. Das Offensivquartett „Adrian“ Tomek, Peck, Feuersinger und Mühlbacher (letztere beiden ebenfalls von Verletzung zurückkehrend) ist beauftragt, die Defensive von Vorwärts schwindlig zu spielen. Die Ersatzbank ist für BESV-Verhältnisse überdurchschnittlich gut gefüllt. Vor einigen Monaten hätten die fünf Wechsler Jeryczynski, „Mirko“ Raffelsberger, „Dragan“ Rabmer, „Johnny“ Hackl und „Boban“ Auer dicht aneinander gekuschelt auf der Bank wohl noch gegen so manche COVID-Abstandsregel verstoßen.

    Es ist eine selten gute BESV-Startelf, welche gleich nach Anpfiff die Partie in die Hand nimmt. Erste Chancen lassen nicht auf sich warten. Gleich in der 5. Spielminute schrillen die Elferalarmglocken bei Vorwärts Wien 2016, lautstark wird vom BESV ein offensichtliches Handspiel reklamiert, bloß hat die Schiedsrichterin wohl gerade ins Narrenkastl geschaut, die Partie geht weiter. Auf der anderen Seite des Platzes beschert Tormann Eugster seinen Vordermännern eine Schrecksekunde. Unbedrängt passt er zu einem Gegenspieler, welcher aus scheinbarer Kulanz aber kurzerhand stolpert, anstatt abzuschließen. Insgesamt betrachtet ist der BESV aber die spielbestimmende Mannschaft. Bevor die große BESV-Chancenserie der ersten Halbzeit losgeht, kontert nochmal Vorwärts, Eugster kann den mäßigen Abschluss aber mit seiner bevorzugten Paradeextremität, dem Fuß, abwehren. Nun folgen Chancen für den BESV, die sich alle ein Tor verdient hätten. Zuerst wird Peck am rechten Flügel geschickt und verzieht seinen Abschluss, dann wird Vorwärts nach einer schönen Kombination und Schuss von Feuersinger von der Latte gerettet. Nur wenig später spielt Eberle einen Zuckerpass auf Feuersinger, dem der Ball allein vorm Tor aber verspringt. In der 22. Minute endlich der erlösende Führungstreffer für die Ottakringer. Feuersinger setzt sich gut auf der linken Seite durch und legt in die Mitte auf Mühlbacher ab, der auf Höhe des Elfmeterpunkts mehr Platz hat als ein Taxler am Gürtel um 4 in der Früh, nach wunderschöner Ballannahme donnert er die Kugel ins rechte Kreuzeck. Mit der knappen Führung gibt sich der BESV aber noch nicht zufrieden und drängt Vorwärts weiter tief in die eigene Hälfte. Feuersinger spielt sich im Strafraum selbst schwindlig und verliert den Ball, kurz darauf spielt Peck eine flache Flanke von rechts auf Mühlbacher, der nur knapp das Tor verfehlt. Die Aktion wird aber mit einem äußerst fragwürdigen Abseitspfiff bedacht, es sollte auch nicht der letzte dieser Art sein. Dann folgt die für eingefleischte Reservefans wahrscheinlich schönste Szene des Spiels. Rechtsverteidiger Sattler rückt bis zur gegnerischen Grundlinie auf und stoppt einen Laufpass gerade so am Eckpunkt. Nach drei Meter Bremsweg in Richtung Tribüne dreht er sofort um und ergrätscht wie eh und je einen Eckball für den BESV. Von der nur wenige Meter entfernt befindlichen KM kommt tosender Applaus. Nach langer Druckphase des BESV kommt in Minute 40 wieder einmal Vorwärts zum Angriff. Ein hoher Ball über die Abwehr findet beinahe im 5er einen Stürmer, aus dem Mittelkreis schrillt jedoch ein Abseitspfiff. Prompt hört man von der Vorwärtsbank die Worte „Da muss ma bissi mehr mitlaufen, dass mas Abseits sieht“. Als Reaktion bietet die Schiedsrichterin dem Vorwärts-Trainer an, ob nicht er die Pfeife übernehmen will und legt ihm nahe, dass der Verband laufend auf der Suche nach neuen Schiedsrichtern sei, wenn er es denn besser machen will. (Anm.: Das Angebot wurde nicht angenommen). Ohne Offiziellen-Rochade schreitet die Partie also in Richtung Halbzeit. Peck bekommt in Minute 43 beim Tanzen durch den Strafraum einen Tritt mit auf den Weg, völlig richtig entscheidet die Schiedsrichterin auf Elfmeter. Angefeuert von der gesamten Kampfmannschafft des ESV schiebt Tomek souverän zum 2:0 ein. Gesicherter Pausenstand ist das aber noch nicht, denn nach viel Gestochere vor dem Ottakringer Strafraum steht plötzlich ein Vorwärts-Spieler allein vorm Tor, ehe er abschließen kann, wird er aber von Leonhard per Bilderbuchgrätsche vom Ball getrennt, Mühlbacher wird beim resultierenden Konter klar am Trikot gezogen, was aber ungeahndet bleibt. So geht es mit 2:0 in die Pause.

    In die zweite Halbzeit starten die Ottakringer mit einem Dreifachwechsel: Widtmann, Sattler und Eberle verlassen das Feld und werden von Raffelsberger, Rabmer und Hackl ersetzt. Die neue Defensivabteilung hat anfangs kleine Probleme, in die Gänge zu kommen. Ein Querball von Vorwärts Wien 2016 darf durch den ganzen Strafraum an zwei Vorwärts-Stürmern vorbeirollen, selbst Keeper Eugster steht untätig daneben. Die nun in Hälfte zwei hinter dem BESV-Kasten postierte KM kommentiert die Aktion richtigerweise mit „gutes Auge Peter!“. Der neue Rechtsverteidiger Raffelsberger bedient sich beim Verteidigen einer 1-gegen-1-Situation seiner Hand, um den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern, zum Glück war die Schiedsrichterin in diesem Moment aber scheinbar mit anderem beschäftigt, denn Pfiff kommt keiner. Zwischendurch kommt ein leicht mit Ausdauerproblemen zu kämpfen scheinender BESV wieder zum Angriff. Mühlbacher steckt durch auf Tomek, sein Abschluss verfehlt das Tor um wenige Zentimeter. Auf der anderen Seite setzt Eugster in Minute 50 zum einzigen Mal in dieser Partie seine Hände für Paradezwecke ein und fängt einen Schuss von der halbrechten Seite. Weitere Paraden folgen nur noch mit den Füßen, sehr zur Freude der ESV-KM hinter dem Tor. Nur eine Minute später kratzt Eugster gleich einen Schuss aufs linke Eck per Grätsche aus. In Minute 53 darf sich der BESV dann ein drittes Mal über einen Treffer freuen. Hackl befördert den Ball aus undenkbar spitzem Winkel von der Grundlinie via Stange in den Vorwärts-Kasten zum 3:0. Spitzer als der Winkel bei diesem Tor sind nur manche ESV-Spieler beim Fortgehen. Die erste Reaktion von Vorwärts folgt in Form eines Distanzschusses auf ca. Bauchhöhe. Wie zu erwarten erfolgt Eugsters Abwehr per gestrecktem Karate-Kick. In Minute 65 dann Wechsel Nummer 4 und 5 des BESV (Anmerkung Redaktion: Mit diesem Satz hat niemand je in einem BESV-Spielbericht gerechnet.) Jeryczynski und Auer bringen frischen Wind in die Offensive, für Feuersinger und Mühlbacher geht ein ertragreicher Arbeitstag zu Ende. Kurz nach diesem Doppeltausch gelingt den Ottakringern fast der vierte Streich. Nachdem einem Mittelfeldmann von Vorwärts das Zuspiel vom Torhüter verspringt reagiert Jeryczynski schnell und schnappt sich die Kugel. Sein Abschluss geht aber knapp links am Tor vorbei. In der Schlussphase wirft Vorwärts nochmal alles nach vorne, im Gegenzug bedeutet das für den BESV viel Platz beim Kontern. Vor allem Moritz „die Lunge“ Peck macht trotz insgesamt bereits über 100 Einsatzminuten an diesem Tag weiter kräftig Meter am rechten Flügel. Viel zu oft enden die BESV-Konter aber in höchst dubiosen Abseitsentscheidungen. In Minute 85 kommt es, wie es kommen muss, denn ein zu-Null-Wochenende wäre für den ESV ja zu schön gewesen. Ein Schuss aus der zweiten Reihe findet eine Lücke zwischen der Latte und Eugsters ausgestreckten Fingerspitzen, es fällt der Anschlusstreffer zum 1:3. So mancher Zuschauer hätte behauptet, mit einer Fußparade wäre dieser Gegentreffer nicht gefallen. Auch einem allerletzten Aufbäumen der Vorwärts-Reserve können die Ottakringer standhalten und so bringen sie einen verdienten Sieg ins Trockene und krönen die gesamte ESV-Leistung an diesem Wochenende mit einem 6-Punkter.


    BESV Ottakring - Vorwärts Wien 2016 Res. 3:1 (2:0)
    Torschützen BESV: Mühlbacher, Tomek (Elfmeter), Hackl


    Aufstellung: Eugster - Sattler, (45. "Mirko" Raffelsberger) Bischof, Leonhard, Widtmann (45. "Dragan" Rabmer) - Görgl (C), Eberle (45. "Johnny" Hackl) - Feuersinger (65. "Boban" Auer), "Adrian" Tomek, Peck - Mühlbacher (65. Jeryczynski)

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