Durststrecke beendet - Gartenstadt vs. ESV 1:3 (0:1)

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  • In der 3. Runde der Pandemiesaison 2020/21 traf der ESV Ottakring auswärts im Schatten des Milleniumtowers in der Brigittenau auf ASV Gartenstadt. Im Gegensatz zur Vorwoche waren Linhart und Baumgartner M. wieder im Kader, welche 1:1 die verhinderten Adam und Pötsch ersetzten, Moser schaffte statt Hardwicke den Sprung in die Startaufstellung. Der ESV versuchte über die eingespielte Achse Tiroch - Moser aktiv Chancen zu kreieren. Nach vier Niederlagen in Folge gegen Gartenstadt war der Hunger groß auf weitere drei Punkte auf dem Konto.

    Der ESV startete wie gewohnt defensiv abwartend und versuchte über die schnelle Offensivabteilung Nadelstiche zu setzen. Zu Beginn konnte der ESV dieses Konzept gut umsetzen und kam durch Tiroch und Moser zu zwei sehr guten und knapp verzogenen Einschussmöglichkeiten. In der 12. Minute fuhr der ESV die Ernte des starken Beginns ein. Varadappar erzeugte Druck auf den Linksverteidiger, dieser produzierte so den perfekten Assist auf den ebenfalls pressenden Tiroch, welcher humorlos und direkt ins kurze Eck abschloss - 0:1 (12.). Danach ließ man die letzte Konsquenz etwas schleifen und Gartenstadt besser ins Spiel kommen. Der ESV blieb aber weiterhin physisch robust und diszipliniert. Mit einigen Fouls konnte man den Spielfluss der Heimmannschaft gut stören. Allerdings gab man so gute Freistoßmöglichkeiten her. Glücklicherweise wurden alle, wenn auch nur äußerst knapp, verzogen. Das Spiel wurde hitziger, Härteeinlagen wurden im Mittelfeld ausgetauscht, vom Spielfluss war nicht mehr viel zu sehen. Varadappar sah gelb für ein Foul an der Mittellinie (27.), ebenso Moser der für ein Foul in Coproduktion mit Baumgartner T. gelb sah. Der ESV konnte sich kaum noch Chancen erspielen, einzig Scheweder brach links einmal durch und konnte nur mehr im Strafraum mit einem Foul gestoppt werden, die Pfeife von Schiedsrichterin Ahmed Nansy blieb jedoch stumm. Gartenstadt wurde vor der Pause noch einmal konkret als sich der Rechtsaußen durchtanken konnte und einen strammen Schuss abgeben konnte, "Panther" Tomek konnte hier seinen Kasten weiterhin sauber halten. Gegen Ende der ersten Halbzeit konnte sich der ESV offensiv wieder mehr entfalten, Varadappar verzog völlig freistehend vor dem Tor. Ein weiteres Mal klingelte der Elfmeteralarm. Nach einem Einwurf wurde Tiroch vom Verteidiger im griechisch-römischen Stil umgerissen, wieder war die Entscheidung kein Elfmeter. Auch der VAR griff erneut nicht ein.

    In der zweiten Halbzeit erwarteten die Ottakringer einen noch aggressiveren und aktiveren Gegner, die ersten Angriffe konnten jedoch pariert werden. Nach einem weiteren Foul im Mittelfeld (wo danach der gefoulte Dera aus unverständlichen Gründen gelb sah) schlug Linhart einen hohen Ball in den Strafraum in Richtung Tiroch. Der Torwart konnte den Ball von Tiroch bedrängt nicht klären, über Umwege gelangte er zu Scheweder J., welcher in gewohnter Souveränität den Ball ins lange Eck schlenzte, Führung verdoppelt - 0:2 (48.). Die Sportskameraden aus dem XX. wollten ein Foulspiel von Tiroch gesehen haben und schossen sich auf die Schiedsrichterin ein. Mit der Wut im Bauch wurde noch mehr auf alles im ottakringer Blau getreten, die Karten erhielt zunächst aber nur der ESV. So geschah es, dass Varadappar für ein taktisches Foul nach einem offensiven Corner die zweite gelbe Karte sah (55.). Leider bedeutet im Fußball ein "schlimmeres Gelb" nicht orange und bleibt auch nicht ohne Konsequenzen. Dem ESV standen in den letzten 35 Minuten nur noch 10 Spieler zur Verfügung. Gartenstadt schnupperte Morgenluft und drosch immer mehr Bälle in gewohnter Manier hoch nach vorne. Sportpsychologisch interessant war auch als Gartenstadt Selbstvertrauen schöpfte, nachdem Keeper Tomek eine Rakete mit rekordverdächtigen 15km/h souverän durch die Gurke ins Toraus parierte. In der Not frisst der Teufel Fliegen. Einmal zeigte sich die Taktik der hohen Bälle erfolgreich. Innenverteidiger Reiter verschätzte sich, der bullige Stürmer Lutnik tankte sich gegen Baumgartner M. durch und beendete die knapp 160-minütige Torsperre von Tomek - 1:2 (65.). Die Ottakringer befanden sich in einer äußerst heiklen Situation. Zum Glück brannten dem schon das ganze Spiel verhaltensauffälligen Helmer zwei Minuten später ein weiteres Mal die Sicherungen durch. Nach einem Corner konnte Moser am eigenen 16er den Ball klären, Helmer packte die eingesprungene doppelt gestreckte Roy Keane Gedächtnisgrätsche aus. Die Jury gab dafür 5 x 20.0, ein Kunststück, welches niemandem seit Jurij Tepes 2015 in Planica gelang. Leider half er damit im Fußball seiner Mannschaft keinesweges - glatt rot war die korrekte Entscheidung (67.). Die Entfernung des Unruheherds half einiges bei der allgemein Beruhigung des Spiels. Im Spiel 10 gegen 10 ergaben sich mehr Räume in der Zentrale, beide Teams waren jedoch nicht in der Lage diese zu nutzen. Kurz vor Schluss zeigte sich die neue Kaltschnäuzigkeit des ESV. Ein wie beim 0:1 horrender Abspielfehler in der Abwehr führte zu einem Einwurf des ESV tief in der gegnerischen Hälfte. Die daraus resultierende Flanke ging ins Leere, Moser konnte jedoch den Ball zurückerobern und den Ball wieder in die Gefahrenzone befördern. Scheweder J. ließ den Ball gekonnt für Tiroch durch (17, Anm.: ASV 13 Insider), welcher eiskalt gegen den Lauf des Torhüters einnetzte - 1:3 (83.). Die darauf folgenden widerwärtigen Unsportlichkeiten des Gartenstadt Kapitäns (spucken in Richtung Tiroch) sollten sich eigentlich keine Erwähnung verdienen in Zeiten einer Pandemie ist dieses Verhalten noch abstoßender.

    Der Drops war gelutscht, der ESV arbeitete sich mit zwei Siegen von Platz 14 auf Platz 2 (Livetabelle nach Abpfiff) vor. Wie samma? GUAD SAMMA!

    ASV Gartenstadt - ESV Ottakring 1:3 (0:1), Tore ESV: Tiroch (12., 83.), Scheweder J. (48.)
    Gelb: Moser, Dera, Hardwicke
    Gelb-Rot: Varadappar (55.)

    Aufstellung ESV: Tomek - Rabmer (86. Sattler), Baumgartner M. (C), Reiter, Linhart - Baumgartner T., Dera - Varadappar, Tiroch, Scheweder J. - Moser (84. Hardwicke)

    Stimmen:

    Sebastian Varadappar: Die gelb-rote tut mir irrsinnig leid, aber die Mannschaft hat sich danach wieder gut ins Spiel reingekämpft. Bei uns in Tirol gibt es keinen Schiri, der/die das Foul vor der zweiten gelben gibt, das wäre maximal gelb für Schwalbe gewesen. Nächste Woche muss ich leider für die KM aussetzen, ich habe aber ohnehin ein Date. :P

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